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Vergleichende pharmakokinetische/pharmakodynamische Charakterisierung des Medikaments MC0609 am Beagle-Hund

Art: Wissenschaftlicher Artikel
Datum: 2014
AutorInnen: Stephan Borghorst, Georg Hempel (Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie, Klinische Pharmazie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster), Sabine Poppenborg, Dieter Franke, Thorsten König, Joachim Baumgart (medac GmbH, Theaterstrasse 6, 22880 Wedel)
Durchgeführt durch: LPT Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG
Tiere: 80 Ratten (Charles River*), 63 Beagle-Hunde

In diesem Versuch wird ein neues Medikament (MC0609) gegen akute lymphatische Leukämie im Vergleich zum etablierten Medikament Oncaspar getestet. Der Wirkstoff wird aus genmanipulierten E. coli Bakterien gewonnen, um eine mögliche Abwehrreaktion des Immunsystems im Vergleich zu bereits genutzten Medikamenten zu reduzieren. Hierzu werden 80 Ratten in 4 Gruppen mit jeweils 10 männlichen und 10 weiblichen Tieren eingeteilt. Pro Gruppe wird Oncaspar oder MC0609 in den Dosen 100 oder 500 u/kg einmalig in die Vene gespritzt. Danach wird den Ratten für 29 Tage täglich Blut abgenommen und bestimmte Blutwerte werden überprüft. Es geht aus der Veröffentlichung nicht hervor, ob die Tiere nach dem Versuch getötet werden.¹

Im gleichen Versuch werden 63 Beagles in verschiedene Gruppen unterteilt. Sechs Gruppen aus jeweils 4 weiblichen und 4 männlichen Hunden wird jeweils 20, 100 oder 500 u/kg MC0609 bzw. Oncaspar ebenfalls einmalig intravenös injiziert.

Die anderen 15 Beagles werden für einen Bioverfügbarkeitstest* in drei Gruppen von je 5 Hunden unterteilt. Zwei Gruppen bekommen 75 u/kg MC0609 in die Vene oder 75u/kg in den Muskel gespritzt, im Vergleich zur dritten Gruppe, welche 75 u/kg Oncaspar einmalig in den Muskel injiziert bekommt. Den Beagles aus den 6 Testgruppen (20, 100 und 500 u/kg) wird die nächsten 57 Tage täglich Blut aus der Vorderbeinvene abgenommen. Den Hunden aus den Bioverfügbarkeitsgruppen wird in den nächsten 43 Tagen täglich Blut entnommen. Es werden jeweils verschiedene Blutwerte überprüft. Es geht aus der Veröffentlichung nicht hervor, ob die Hunde durch die Medikamentengabe körperliche Auffälligkeiten zeigen.

¹ Höchstwahrscheinlich werden die Tiere nach dem Versuchsende getötet. Eine kleine Anfrage der Grünen aus dem Jahr 2010 hat ergeben, dass kein Tier die Labore lebend verlässt.
Charles River Laboratories, Inc.
Einer der größten Tierversuchskonzerne der Welt und wichtiger Lieferant für sog. Versuchstiere. Das 1947 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 7500 MitarbeiterInnen und hat einen Jahresumsatz von 1,13 Milliarden US$ (Stand 2012). Der Hauptsitz befindet sich in Wilmington, Massachusetts (USA), deutsche Niederlassungen befinden sich in Erkrath, Sulzfeld und Köln.
Bioverfügbarkeitstest
Ziel eines Bioverfügbarkeitstests ist die Bestimmung des Anteils eines Wirkstoffes, der unverändert im Organismus, z. B. im Blutkreislauf, zur Verfügung steht.