Pressemitteilung

Veröffentlicht am 20. Februar 2017

PM: Kampagne LPT-Schließen zu Antworten auf Große Anfrage: Senat hält Informationen zu Tierversuchen zurück

Hamburg, den 19. Februar 2017

Keine Informationen über die Versuche im Inneren der Stacheldraht bestickten Zäune sollen an die Öffentlichkeit dringen. Zu groß ist die Angst vor einer öffentlichen Debatte. Eine Große Anfrage der Linksfraktion (Drs.21/7594) an den Senat zum Thema Tierversuche hätte Licht ins Dunkel bringen können. Doch der Senat bleibt Antworten schuldig und spielt den Tierversuchsunternehmen in die Hände. Deutlich wird: mehr als die Hälfte aller Versuchstiere sterben für das LPT in Neugraben, 100 Protestaktionen jährlich zeugen von breitem Widerspruch gegen das Leiden und Sterben in den Laboren

Senat bleibt Antworten zum Thema Tierversuche schuldig
Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz bearbeitet jährlich mehrere Hundert Anträge auf Versuchsvorhaben, von städtischen Einrichtungen wie dem UKE bis hin zu privatwirtschaftlichen Unternehmen wie dem LPT. Zwar müssen die Vorhaben, Prüfsubstanzen und Zweck der Experimente dargelegt werden, eine Auswertung der Daten findet jedoch laut Auskunft des Senats nicht statt.

„Ob die 152.000 für Versuche getöteten Tiere für Schlafmittel, giftige Chemikalien oder für Botox-Tests sterben müssen, darüber kann niemand Auskunft geben“, kommentiert Martina Kunze, Sprecherin der Kampagne LPT-Schließen die Senatsantworten.

Auch das Thema Gesetzesverstöße bietet reichlich Anlass zur Kritik. Verstöße in der Tierhaltung und der Versuchsdurchführung wurden eingeräumt, diese wurden aber weder straf- noch ordnungswidrigkeitenrechtlich geahndet. Die Frage, welche Unternehmen und Einrichtungen sich nicht an Vorgaben halten würden, bleibt schlicht unbeantwortet. „Eine öffentliche Debatte über die in Hamburg durchgeführten Versuche wird so unterbunden und der Senat stellt sich schützend vor eine Industrie, die Tiere im Akkord tötet“, so Martina Kunze weiter.

LPT: Keine Ruhe für Hamburgs größtes Versuchslabor
Das LPT tötet in seinen Experimenten mehr Tiere als alle anderen Hamburger Einrichtungen zusammen. Unter Anderem 80.000 Mäuse und Ratten finden ihren Tod in Neugraben. Nicht mitgezählt sind dabei die Beagle-Hunde und alle anderen Tiere, die von LPT an anderen Standorten außerhalb Hamburgs für Tierversuche „verbraucht“ werden. Seit mehreren Jahren hat sich ein vehementer Protest gegen die Versuche von LPT etabliert. Knapp 400 Protestaktionen von Kundgebungen, über Demonstrationszüge bis hin zu Blockaden listet eine Anlage auf die entsprechende Frage der Anfrage für die vergangenen vier Jahre auf. Recherchen über das Vorgehen in den Laboren haben die Aktivisten und Aktivistinnen mittlerweile selbst in die Hand genommen. Unlängst veröffentlichte die Kampagne LPT-Schließen die Broschüre „Hinter verschlossenen Türen“ mit ausführlichen Beschreibungen der Versuche an Tieren (www.lpt-schliessen.org/broschuere).

 

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