Statement Background 2

Veröffentlicht am 11. Oktober 2015

Proteste gegen die Geschäftspartner von LPT – Statement der Kampagne LPT-Schließen

Im Rahmen der Kampagne gegen das Hamburger Tierversuchslabor LPT rufen wir auch zu Protesten gegen die unterschiedlichen Geschäftspartner des Labors auf. Dazu zählen etwa Dienstleister, Zulieferbetriebe oder Kunden. Unser Eindruck ist, dass Proteste gegen das Labor selbst bei den UnterstützerInnen der Kampagne auf mehr Interesse stößt. Wir möchten an dieser Stelle begründen, warum wir Porteste gegen Zulieferunternehmen und andere Geschäftspartner organisieren, welchen strategischen Zweck sie erfüllen und warum eine Teilnahme an diesen Protesten so immens wichtig ist.

Ein Tierversuchslabor wie LPT ist auf die Zuarbeit externer Firmen angewiesen. Als wirtschaftliches Unternehmen ist LPT Teil eines komplexen Netzwerkes an Firmen und Akteuren, die gemeinsam den alltäglichen, normalen Betrieb des Labors ermöglichen. Um es einfach zu sagen: Ohne diese Geschäftspartner kann LPT das tägliche Morden nicht durchführen. Dabei erfüllt jede einzelne Firma, jeder einzelne Akteure eine wichtige Funktion. Egal ob Tierzüchter, Laborbedarfshersteller oder Techniker – es gibt keine unwichtigen Geschäftspartner! Wenn nun also Geschäftspartner ihre Beziehungen zu LPT beenden, ist dies ein Schlag für LPT. Mit jedem Geschäftspartner, der seine Kooperation mit LPT aufkündigt, wird das Labor weiter isoliert. Und je isolierter LPT ist, desto weniger Handlungsfähig ist das Labor.

Jedes Unternehmen ist zudem in der Pflicht, seine Geschäftspartner oder Kunden sorgfältig auszuwählen. Dabei gelten selbstverständlich ethische und politische Standards, die einzuhalten sind und an denen sich die Geschäftspolitik des jeweiligen Unternehmens messen lassen muss. Nicht nur große Konzerne, sondern auch kleine und mittelständische Betriebe müssen ihrer unternehmerischen Verantwortung gerecht werden – gegenüber ihren Mitarbeitern, ihren Kunden und der Umwelt, aber auch gegenüber Tieren! Wer mit einem Tierversuchslabor wirtschaftlich kooperiert, unterstützt dabei unmittelbar die Gewalt, die in den Versuchslaboren stattfinden. Denn ohne das Zutun der betreffenden Firma kann LPT nicht reibungslos arbeiten – die Geschäftspartner machen ich zu Helfershelfern der Tierversuchsbranche. Wer mit LPT Geschäfte macht, wird somit ein Teil der Tierversuchsindustrie und somit zum Ziel der Tierrechtsbewegung.

Kein Unternehmen ist wirtschaftlich auf die Zusammenarbeit mit LPT angewiesen. Ökonomische Zwänge sind zwar real, rechtfertigen aber nicht jede wirtschaftliche Kooperation! Wer sich dennoch entscheidet, mit einem Tierversuchslabor oder einem ähnlich kontroversen Unternehmen zusammen zu arbeiten, muss damit rechnen, dass dies die kritische Zivilgesellschaft auf den Plan ruft. Proteste vor den Niederlassungen, negative Presse, Kundenbeschwerden oder Boykott durch KundInnen oder andere Geschäftspartner sind dabei Folgen des unternehmerischen Handelns, die dann in Kauf genommen werden müssen. Dies sind effektive Mittel, die sich die Tierrechtsbewegung im Laufe ihrer Geschichte immer wieder erfolgreich angeeignet hat, um ihren Unmut über das Handeln einzelner Unternehmen und Konzerne auszudrücken.

Dies belegen auch historische Erfolge: Im Rahmen der Kampagne gegen Europas größtes Tierversuchslabor HLS (Huntingdon Life Sciences) beispielsweise haben etliche Zulieferbetriebe ihre Geschäftsbeziehungen zu HLS beendet – alleine im Jahr 2005 waren es über 100. Aufgrund der Kampagne war es HLS nicht mehr möglich, ein Konto bei einer Bank in England zu bekommen und das Unternehmen verlor nach Protesten gegen seinen Versicherungsmakler Marsh sogar seine Versicherung. Nur das Einspringen des englischen Staates sicherte HLS die weitere Existenz.

Im Rahmen der Kampagne LPT-Schließen hat ebenfalls bereits eine Firma ihre Zusammenarbeit mit LPT beendet: Die Firma Eiskalt Sauber GmbH, ein großer Trockeneishersteller, hat seine Geschäftsbeziehungen zu LPT im Mai 2015 gekündigt, woraufhin LPT beleidigt und höchst unprofessionell reagierte. (Mehr dazu hier: http://www.lpt-schliessen.org/2015/06/erfolg-erster-zulieferbetrieb-beendet-zusammenarbeit-mit-lpt/)

Obwohl der Protest direkt vor den Toren des Labors vielleicht (aufgrund der Emotionalität des Ortes) attraktiver erscheint als ein Telefonaktionstag gegen einen Geschäftspartner oder der Protest vor dessen Bürogebäude, konnten wir hoffentlich aufzeigen, wieso es sich trotzdem lohnt, sich den vielfältigen Protesten auch gegen Geschäftspartner des LPT anzuschließen. Ein Unternehmen wie LPT muss strategisch durchdacht und auf mehrere Ebenen unter Druck gesetzt werden, damit wir Erfolg haben können. Hierfür brauchen wir breite Unterstützung!

Ruft bei den Unternehmen an, schreibt Mails, kommt zu den Demonstrationen und organisiert eigene Kundgebungen.
Die bisher veröffentlichten Geschäftspartner von LPT findet ihr auf unserer Kampagnenhomepage: www.lpt-schliessen.org/geschaeftspartner

Aktuell: Neuer Geschäftspartner MEBO Sicherheit veröffentlicht!
Demonstration vor dem Hamburger Büro
Montag, 12.10. von 15 – 17 Uhr
Ahrensburger Straße 129, 22045 Hamburg

Seid dabei! Werdet Teil der Kampagne LPT-Schließen!

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